Am So., den 12. Feb. beginnt in der Detmolder Christuskirche, der Kulturkirche im ländlichen Raum, die neue Gottesdienstreihe „Dialog“. In unregelmäßigen Abständen sollen in dieser Reihe die sogenannten kleinen Propheten, eine Reihe von 12 biblischen Büchern vorgestellt werden. „Wir wollen diese Prophetengestalten vorstellen im Gesrpäch, im Dialog – mit ihren Texten und mit Gästen“, so Pfr. Maik Fleck.
Den Auftakt macht ein Predigtdialog am 12. Feb. um 11.00 Uhr zwischen Prof. Matitjahu Kellig und Pfr. Maik Fleck. Prof. Kellig ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Pfr. Fleck Pfr. der ev.ref.Kirchengemeinde Detmold-West. Beide – aus unterschiedlichen Traditionen und Religionen stammend – begegnen sich im Nachdenken über den Propheten Maleachi. Er findet sich im Tanach, der hebräischen Bibel des jüdischen Volkes und im Alten Testament der Christen. In ihm kann man z.B. die Frage lesen: „Haben wir nicht alle einen Vater“, der auch auf dem Gedenkstein für die Detmolder Synagoge wiederzufinden ist. Was bedeutet es, von einem gemeinsamen Vater, einer gemeinsamen Wurzel auszugehen? Was bedeutet es für Religionen wie Judentum und Christentum? Was bedeutet es in unserem heutigen gesellschaftlichen Kontext, in dem zunehmend trennende Momente benannt werden?
Gemeinsam ist jüdischen und christlichen Menschen auch der Psalter als Gebetbuch. Der Gemeindegesang wird am 12.Feb. durch sogenannte Genfer Psalmen bestimmt, die im Zuge der Reformation in Genf entstanden. Anders als sonst haben die Dichter dabei bewusst darauf verzichtet, den Psalmen den sonst üblichen christlichen Schluss zu geben und damit aus einem jüdischen Gebet ein christliches zu machen. „Sie haben damit offengehalten, dass die Psalmen und das Alte Testament nicht Besitz der Christen sind, sondern das Christen an dieser Stelle mit den Worten eines Fremden beten.“, so Pfr. Fleck.