Über Malte Thießen

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„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“

Die Frage nach der Systemrelevanz des christlichen Glaubens in unserer Gesellschaft

Die Frage führender Politiker nach der Systemrelevanz von Berufen hat gezeigt, dass christliche Berufungen und deren Institutionen wenig anerkannt werden. Dabei stellt sich die Frage, „warum“ christliche Berufungen und deren geistliche Werte aus dem Focus der Öffentlichkeit zu verschwinden scheinen, wo doch gerade das Rechtssystem (Grundgesetz) unserer Gesellschaft „in der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ geschrieben und im Mai 1949 rechtlich verbindlich verabschiedet wurde. Dabei haben die Verfasser diese Präambel so formuliert, weil sie aus voller geschichtlicher Erfahrung wussten, dass Menschenwerk fehlbar sein kann, und stellten aus vernünftigem Grund dem Menschenwort Gotteswort gegenüber. Fraglich ist auch, „welchen“ Werten sich eine Gesellschaft verpflichtet fühlt, in der humanistisch geförderte Talente und Begabungen nach deren Relevanz für das System eingestuft werden.   

Aber welchen Nutzen kann der Glaube an einen christlichen Gott, an die Kirche und deren Institutionen den Menschen der Gegenwart bringen?

Von jeher fragen Menschen nach ihrer Herkunft, dem Weg, dem Ziel und dem Sinn ihres Lebens. Ihre Neugier richtet sich aber nicht nur auf das Zeitliche, Sichtbare und Vernünftige, sondern ihr Interesse gilt auch dem Absoluten, dem Vollkommenen und dem Unendlichen. Auf der Suche nach Antworten werden sie mit Fragen konfrontiert, die sich nicht so einfach mit der menschlichen Vernunft beantworten lassen, weil der Mensch in seinem menschlichen Sein (Wesenhaftigkeit) begrenzt ist und sich ihm letzte Antworten entziehen. Füllt der christliche Glaube diese unbekannte Lücke nicht aus und gibt plausible Antworten auf Jahrhunderte alte Fragen?

Die Schriften des Alten und Neuen Testaments sind ähnlich den Mythen und Märchen ewig gültige Wahrheiten, die Jahrhunderte alte und bewährte Menschheitserfahrungen beinhalten. Dabei stellen die Geschichten auch einen überzeitlichen, geistlichen Zusammenhang zur Realität der Menschen her. Ist diese Literaturform in ihrer Wirkung nicht eine Bereicherung, da der zwischenmenschlichen Beziehungsebene eine göttliche Beziehungsebene hinzugefügt wird?

Die Liebe zum Nächsten, zu sich selbst und zu Gott erfuhr eine detaillierte Reflexion in Wort und Tat durch Jesus Christus. Kann die Person Jesus Christus, die selbst nach 2000 Jahren wissenschaftlich in ihrer ganzen Dimension noch nicht voll erfasst werden konnte, für die Menschen der Gegenwart weiterhin als ein mustergültiges Vorbild für „Mensch sein“ gelten?  Hat diese Person nicht maßgeblich das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf Menschlichkeit geistesgeschichtlich verändert und zu einer humaneren Gesellschaft geführt?   

Der zivilisierte Mensch der Gegenwart fragt „Wer bin ich?“ und strebt nach seiner Selbstverwirklichung als Ziel eines gelungenen Lebens. Dabei ergaben neueste wissenschaftliche Forschungen, dass das, was der Mensch als sein ICH bezeichnet, eine Illusion ist. Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis stellt sich natürlich die Frage, welchen Bezugspunkt dieses ICH am besten zukünftig haben soll. Natürlich wird durch Erziehung und Ausbildung die Ich-Illusion, wenn diese humanistisch ausgerichtet ist, positiv gefördert. Verfügt die Kirche nicht auch über großes Potenzial, weil diese die Menschlichkeit mit Jesus Christus als Ausgangspunkt bereits seit Jahrhunderten erforscht? Stellt diese Institution nicht gut ausgebildete Seelsorger, die Menschen auch zur sensibleren Wahrnehmung ihrer Emotionen, ihrer eigenen Identität und Berufung, d.h. letztendlich zu einem besseren Verhältnis zu sich selbst und ihren Nächsten führen?

Das Leben des Menschen vollzieht sich in Wechselbeziehungen und kommunikativem Austausch. Er wechselt in seinen Rollen und muss Stellung zu Äußerungen, Meinungen und Argumenten beziehen, muss sich entscheiden und einen eigenen Weg einschlagen. Aber was ist die richtige Einstellung, die richtige Entscheidung, der richtige Weg? Welche Einstellung, welche Entscheidung, welcher Weg heilt alle? Forscht die Kirche nicht seit Jahrhunderten daran, den besseren Geist vom guten Geist zu unterscheiden? Redet die Kirche nicht jeden Sonntag vom besseren Geist, der Menschen heilt?

Christen sind im Geist der Nächstenliebe z. B. in der Kranken- und Altenpflege, Kinderbetreuung, Beratungs- und Familienfürsorge, Bekämpfung von Armut engagiert und tragen in vielfältiger Weise zum sozialen Frieden in unserer Gesellschaft bei. In der Flüchtlingskrise ergreifen sie Partei für Menschen aus anderen Herkunftsländern.  Auch aus persönlichen Schicksalen ist bekannt, dass Christen ganz unkompliziert in Lebenskrisen Hilfe leisten. Gibt es etwas Besseres, das die christliche Motivation ersetzen kann?

Es steht die Frage im Raum, „warum“ das christliche Leitbild aus dem Focus der Öffentlichkeit zu verschwinden scheint. Liegt es vielleicht an der Plausibilität, am Marketing, am Wohlstand, an der Gleichgültigkeit, an den großen Umbrüchen in unserer Gesellschaft? Dieses gesellschaftliche Phänomen genauer zu untersuchen, ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Auf jeden Fall ist Gott im Weltverständnis eines praktizierenden Christen da und lebt, und sein Gottes-erlebnis wird intensiver, wenn er dem Glauben entsprechend handelt, denn darin offenbart sich der Wille Gottes.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“ Mt 4,4

Thomas Gerigk

 

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“2020-11-09T19:44:52+01:00

Nähstube gewinnt Krisen-HELDEN-Preis

Einen großen Erfolg kann das Projekt Nähstube an der Versöhnungskirche feiern: Das Team um „Meisterschneiderin“ Gaby Hollmann ist zusammen mit sechs weiteren innovativen Projekten und Initiativen Träger des Krisen-HELDEN-Preises 2020. „Alle Preisträger haben mit ihren innovativen Ideen dabei mitgewirkt, dass wir die Krise in Lippe solidarisch und gemeinsam meistern können“, so Landrat Dr. Axel Lehmann bei der Preisverleihung im Innovationszentrum in Dörentrup. „Wir möchten im Kreis Lippe mit dem Krisen-HELDEN Preis ein Zeichen setzen und die vielen ehrenamtlichen Hilfsangebote und Ideen vor Ort wertschätzen.“ Dieser besondere Preis wurde anlässlich der Corona-Pandemie zum ersten Mal mit insgesamt 20.000 Euro ausgelobt.

Insgesamt nähte das fleißige Team bis heute rund 3000 Mund-Nase-Masken aus gespendeten und gekauften Stoffen in allen denkbaren Farben und Mustern. Ein Teil ist für die Gemeinde bestimmt, ein anderer Teil war Auftragsarbeit für Institutionen und Familien. Verteilt wurden die Masken „an ältere Menschen, Hausärzte, Jugendhilfeeinrichtungen, Lipper für Lipper, Asphaltexistenzler, Flüchtlingsfamilien und Risikogruppen“, so Susanne Schmitz aus dem Nähstubenteam.

Diese preiswürdige Leistung zeugt von einem tollen Teamgeist. Wir freuen uns sehr, dass das Projekt Nähstube für seinen Einsatz mit dem Preis belohnt wurde und gratulieren herzlich!

Dörte Vollmer

Nähstube gewinnt Krisen-HELDEN-Preis2020-10-28T19:00:08+01:00

Digitaler Advent

In diesem Jahr findet der traditionelle „Lebendige Advent“ wegen Corona nicht in gewohnter Form statt. Stattdessen möchten wir Sie einladen zu einem „Digitalen Advent“:  Einzelne Menschen, Chöre und Gruppen unserer Gemeinde werden einen adventlichen Beitrag aufnehmen und per E-Mail versenden. Ein Lied, ein Musikstück, eine Geschichte, ein Gedicht, eine Bildbetrachtung…

Möchten Sie diese adventlichen Grüße auf ihren Computer gesendet bekommen und sich bei Spekulatius, Tee und Kerzenlicht auf das Weihnachtsfest einstimmen? Dann melden Sie sich für den Verteiler bei Dörte Vollmer an: 05266/9297204 oder E-Mail: doerte.vollmer@gmx.de

Wir freuen uns darauf, in diesem Jahr einmal etwas anders den Advent mit Ihnen zu erleben – am eigenen PC  und doch miteinander verbunden.

Dörte Vollmer

Digitaler Advent2020-10-28T18:57:33+01:00

Gottesdienste ab Oktober

Ab Oktober sollen die Gottesdienste wieder zu den bekannten Zeiten und mit den besonderen Formaten stattfinden wie vor der Corona-Krise.

Konkret bedeutet das, dass wieder mehr Gottesdienste um 9.30 Uhr in der Versöhnungskirche und in der Pauluskirche gefeiert werden und dass der Abendgottesdienst wieder startet wie auch Familien- und Mitmachgottesdienste. Musikalische Vespern sind im Oktober und November um 17 Uhr einmal an der Versöhnungskirche und einmal an der Pauluskirche (siehe Hinweise). Dazu soll es in der Christuskirche einmal im Monat einen Baustellengottesdienst geben, am 25.10. und 29.11. Dabei können sie auch einen Eindruck gewinnen, wie die Renovierung fortschreitet. Bitte bringen Sie sich eine Sitzgelegenheit mit, wenn Sie die benötigen, und richten Sie sich darauf ein, dass es etwas staubig ist.

An jedem dritten Sonntag im Monat wird ein internationaler Gottesdienst um 17 Uhr in der Erlöserkirche am Markt gefeiert.

In allen Gottesdiensten finden weiterhin die Hygienekonzepte, wie sie jeweils aktuell gelten, Anwendung.

Stefanie Rieke-Kochsiek (für den KV)

Gottesdienste ab Oktober2020-10-28T18:58:15+01:00

Eröffnungsgottesdienst „Interkulturell Kirche sein“ am 18. Oktober

Erprobungsraum  ist am 1. Oktober gestartet
Im Internationalen Gottesdienst am Sonntag, 18. Oktober, soll der Start des Erprobungsraums „Interkulturell Kirche in Lippe sein“ offiziell gefeiert werden. Beginn ist um 17 Uhr in der Erlöserkirche am Markt. Bereits ab 15.30 Uhr wird draußen vor der Kirche zu einem Corona-konformen Stehkaffee eingeladen.

Die Evangelisch Koreanische Kirchengemeinde Detmold, die Church of Pentecost International mit westafrikanischer Tradition, eine kleine französischsprachige Gemeinde mit kongolesischen Wurzeln, sowie Gruppen mit britischen und persischsprachigen Christinnen und Christen haben sich mit der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West, der ev. Studierendengemeinde Detmold-Lemgo und den Arbeitsbereichen Ökumene und Migration der Lippischen Landeskirche zusammengetan. Sie wollen gemeinsam „interkulturell Kirche in Lippe (zu) sein“ – so ist der Titel des Erprobungsraumes, der am 1. Oktober offiziell gestartet ist.

Im Zentrum dieses zunächst dreijährigen Projektes steht der jetzt monatliche internationale Gottesdienst „The Whole World in Worship“ – mit verschiedenen Sprachen und gottesdienstlichen Traditionen. Wenn es wieder möglich ist, soll er mit einem gemeinsamen Essen und Austausch verbunden sein. Weitere Ideen sind kulturelle Angebote, ein gemeinsamer internationaler Chor, interkulturelle Bibelarbeiten oder auch ein internationaler Kindergottesdienst und Beratungsangebote. Gemeinsam soll so ein Modell internationaler Gemeindearbeit vor Ort entwickelt werden, das die verschiedenen Gemeinschaften verbindet, ohne dass sie ihre Eigenständigkeit aufgeben.

In derzeit insgesamt neun Erprobungsräumen entwickeln Gemeinden und Einrichtungen der Lippischen Landeskirche mit Kooperationspartnern neue Formen der Gemeindearbeit.

Eröffnungsgottesdienst „Interkulturell Kirche sein“ am 18. Oktober2020-10-07T17:57:26+02:00

Kindergottesdienst in Detmold-West

Herzliche Einladung an alle Kinder zum Kindergottesdienst in Detmold-West! Wir feiern einmal im Monat an einem Sonntagvormittag im Jugendkeller der Pauluskirche, während die Erwachsenen oben in der Kirche Gottesdienst feiern. Gestaltet wird der Kindergottesdienst von Pfarrerin Dörte Vollmer mit einem kleinen Team. Wir singen, spielen und bewegen uns, hören und erzählen biblische Geschichten, basteln, beten und feiern in fröhlicher Gemeinschaft. Der nächste Kindergottesdienste findet am 13. September von 11 bis 12 Uhr statt. Wir freuen uns auf Euch!

Pfarrerin Dörte Vollmer & Team

Kindergottesdienst in Detmold-West2020-09-10T13:50:25+02:00

Jubelkonfirmation

Gehören auch Sie zu den Konfirmanden aus unserer Gemeinde, die im Jahr 1960 oder 1970 Konfirmation gefeiert haben? Am Sonntag, den 27.09. dieses Jahres ist es wieder soweit: wir möchten mit Ihnen und Ihren PartnerInnen dieses Jubiläum der Goldenen oder Diamantenen Konfirmation feiern – je mehr kommen, desto schöner!

Durch die neue Datenschutzverordnung ist es leider so, dass wir die Namen der Konfirmandinnen und Konfirmanden von damals nicht mehr veröffentlichen dürfen.

Vielleicht können Sie uns mit der ein oder anderen Adresse weiterhelfen, sofern Sie noch Kontakt zu weggezogenen Mitkonfirmanden haben sollten. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung. Ansprechpartnerinnen sind Renate Mey und Sonja Zomer, Gemeindebüro, Tel. 999666

Jubelkonfirmation2020-09-10T13:47:23+02:00

Christuskirche aktuell: Spendenaufruf

Auch wenn es nicht unbedingt sichtbar ist, die Sanierungsarbeiten an und in der Christuskirche schreiten trotz der Corona-Krise voran, vor allem bei den Innenarbeiten liegen wir voll im Zeitplan. Die Heizspiralen sind verlegt, ebenso alle neuen Elektroleitungen sowie die Kabelschächte für die neue Technik. Der Estrich ist eingezogen. All diese Maßnahmen können finanziert werden, weil die Kirchengemeinde die beiden Gemeindehäuser in der Bismarckstr. und in der Karolinenstr. sowie das Wohnhaus in der Bachstr. verkauft hat.

Trotzdem sind für die Finanzierung des Gesamtprojektes Christuskirche  weitere Spenden nötig. So müssen die Bänke neu gestaltet werden, damit diese beweglich sind. Auch die Stühle sollen neu bezogen werden. Der Einbau einer Küche  unter der Orgelempore hängt von Ihren Spenden ab. Bei den Aufräumarbeiten wurden zwei alte Kronleuchter entdeckt, die neu aufgearbeitet werden sollen. Einer soll den Chorraum erhellen, ein anderer das Kirchenschiff. Um die Spenden konkreter zu machen gibt es hier eine Übersicht:

Aufarbeitung einer Kirchenbank: 500,00 € (60 Bänke müssen neu hergerichtet werden.)

Neupolsterung von 60 Stühlen, pro Stuhl 100,00 €

Einbau der Küche: 25.000,00 €

Restaurierung der beiden Kronleuchter, Stück 5.000,00 €

Die Spenden können zweckgebunden für die oben genannten Objekte gegeben werden. Wenn gewünscht, werden die Objekte mit den Namen des Spenders versehen.

Natürlich sind auch weiterhin Schieferschindeln sowie Postkarten von der Christuskirche gegen eine Spende im Gemeindebüro erhältlich.

Christuskirche aktuell: Spendenaufruf2020-09-10T11:10:36+02:00

Andacht

„Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.“
(Ps 139,14; Monatsspruch August)

Letzter Tag im Schulvikariat. Im Kollegium kam der Wunsch auf, dass ich mich mit einer Orgelführung in der nahen Kirche von den Schülerinnen und Schülern verabschiede. Sie kommen klassenweise auf die Empore. Sie sind aufgeregt. Die Umgebung ist ungewohnt. Ich ziehe ein leises Register und spiele ein Lied. Es wird still auf der Empore. Ich erzähle ein paar Dinge über den Aufbau einer Orgel und dass man sie die „Königin der Instrumente“ nennt. Wer möchte, darf sich auf die Orgelbank setzen und einzelne Tasten drücken, während ich verschiedene Register ziehe. Am Ende spiele ich ein schwungvolles Präludium von Bach. Tutti. Alle Register, Hände und Füße. Volles Programm! Hinter mir ist es mucksmäuschenstill. Das Stück ist zu Ende, ich drehe mich um und muss schmunzeln. So ungewohnt ist das Bild, dass diese Jugendlichen, bei denen ich mir oft nur mühevoll hatte Gehör verschaffen können, mit offenen Mündern vor einer Kirchenorgel sitzen. Henry findet als erster seine Sprache wieder: „Krass, die ist ja noch viel lauter als wir!“

Als ich später nach Hause fahre, denke ich: „Das war so etwas wie Ehrfurcht. Ehrfurcht in der Sprache von Jugendlichen: Krass!“

Auch der Beter des 139. Psalms empfindet Ehrfurcht. Aber sie verschlägt ihm nicht die Sprache, im Gegenteil: Sie löst ihm die Zunge, weckt poetische Worte und kraftvolle Bilder. „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. (…) Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“ Ob sprachlos oder poetisch beflügelt – im Gefühl sind sich Henry und der Psalmbeter nah: Ehrfurcht. Da sind Klänge, die sind lauter als ich. Da ist Einer, der ist größer als ich, der ist schon da, wo immer mich das Leben hinführt. Die Erkenntnis der Größe Gottes führt den Psalmbeter in das Staunen über das Wunder des eigenen Lebens: Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Mirko ist einer der Stillen in seiner Klasse. Ein bisschen schüchtern, ein bisschen ängstlich und ziemlich sensibel. Auch ihm hat der Klang der Orgel die Sprache verschlagen. Aber dann kam der Wunsch, Orgelspielen zu lernen. Mirko hat ihn tatsächlich in die Tat umgesetzt. Das Lernen ist mühsam, aber er gibt nicht auf, bis seine Füße in den Trekkingsandalen die richtigen Pedale gefunden haben.

Ehrfurcht führt uns in eine Sprache, die nicht die Sprache unseres Alltags ist. Schweigen, Poesie oder Musik. Mirko hat seine Sprache gefunden. Suchend bewegt er seine Finger auf den Orgeltasten. Seine Augen leuchten. Dort auf der Orgelbank ist sein Platz. Auf seine Art stimmt er ein in das ehrfürchtige Staunen des 139. Psalms: „Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

Pfarrerin Dörte Vollmer

Andacht2020-09-10T10:59:49+02:00

#Geistesblitz – eine Initiative aus der lippischen Jugendarbeit

Wenn das Gewohnte nicht zur Verfügung steht, muss man das Ungewohnte nutzen. Jugendgruppen, Treffen von Mitarbeitenden, Freizeiten – viele Gemeindeaktivitäten für Jugendliche liegen zurzeit brach. In dieser Situation hat der Jugendkonvent der Lippischen Landeskirche ein neues Onlineformat entwickelt: kurze Andachten – eben „Geistesblitze“ – für Jugendliche, die Gedanken und geistliche Impulse bieten. Die Autor/-innen sind Jugendliche, die selbst in der Jugendarbeit unserer Kirche aktiv sind. Dieses kleine 3 – 4 Minutenformat hat mittlerweile eine gute Resonanz gefunden.

Zu finden sind die „Geistesblitze“ auf Instagram unter „evjugendlippe“ und auf Youtube unter „Evjugend Lippe“. Jugendliche, die sich selbst an dem Podcast beteiligen möchten, finden eine Anleitung unter https://www.ev-jugend-lippe.de/8833-0-41.

Landesjugendpfarrer Peter Schröder

#Geistesblitz – eine Initiative aus der lippischen Jugendarbeit2020-09-10T10:53:24+02:00
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